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Holzkohle oder Briketts auf dem Grill?

Die kurze Antwort: Holzkohle nimmst du zum kurzen, heißen Grillen, Briketts zum langen, gleichmäßigen Garen. Holzkohle ist nach 10 bis 25 Minuten einsatzbereit, erreicht Spitzen von 600 bis 800 Grad und hat nach etwa einer Stunde den größten Teil ihrer Hitze abgegeben. Briketts brauchen je nach Marke und Anzündmethode 15 bis 60 Minuten, pendeln sich danach bei 500 bis 600 Grad ein und glühen 3 bis 5 Stunden.

Zum scharfen Anbraten von Steaks nimmst du Holzkohle, für Spareribs oder Pulled Pork Briketts. Und für einen langen Abend mit allem Möglichen kannst du beide sehr gut kombinieren.

Holzkohle und Briketts im direkten Vergleich

Die Normwerte in der Tabelle stammen aus der europäischen Norm EN 1860-2 (in Deutschland als DIN EN 1860-2 die Qualitätsanforderung für Grillbrennstoff), die Praxiswerte aus Angaben deutscher Hersteller und Grillratgeber.

Merkmal

Holzkohle

Briketts

Anzündzeit

10 bis 25 Minuten

15 bis 60 Minuten

Maximale Temperatur

600 bis 800 Grad

500 bis 600 Grad

Brenndauer

etwa 1 Stunde, im geschlossenen Grill bis 2,5 Stunden

3 bis 5 Stunden

Fester Kohlenstoff (EN 1860-2)

mindestens 75 Prozent

mindestens 60 Prozent

Aschegehalt (EN 1860-2)

höchstens 8 Prozent

höchstens 18 Prozent

Feuchte (EN 1860-2)

höchstens 8 Prozent

höchstens 8 Prozent

Geschmack

kräftig, rauchig

neutraler

Die Normzeilen erklären den Charakterunterschied. Holzkohle ist fast reines verkohltes Holz und verbrennt deshalb heiß und nahezu rückstandsfrei. Briketts bestehen aus gepresstem Holzkohlegrus mit einem Bindemittel, das nach der Norm Lebensmittelqualität haben muss. Sie brennen langsamer und ruhiger und dürfen mehr als doppelt so viel Asche hinterlassen.

Wann wählst du Holzkohle?

Holzkohle wählst du, wenn du schnell und heiß grillen willst: Steaks, Burger, Gemüse mit Biss, alles, was in ein paar Minuten fertig ist. Die hohe Spitzentemperatur von 600 bis 800 Grad gibt eine schnelle Kruste und dieses typische Raucharoma, für das viele Grillfans überhaupt anheizen. Die Kehrseite ist die kurze Brenndauer. Nach etwa einer Stunde sackt die Hitze ab und du legst nach. Für ein Feierabendbier mit ein paar Spießen ist das völlig in Ordnung, für einen Abend von vier Stunden wird es Arbeit.

Wann wählst du Briketts?

Briketts wählst du, sobald das Garen länger als eine Stunde dauert. Denk an Spareribs, Pulled Pork, ein ganzes Hähnchen oder alles, was indirekt und mit geschlossenem Deckel gart. Eine Lage Briketts hält die Temperatur 3 bis 5 Stunden stabil, und genau diese Ruhe macht Low and Slow möglich, während du entspannt am Tisch sitzt. Plane den längeren Start ein: Je nach Sorte und Anzündkamin dauert es 15 bis 60 Minuten, bis die Briketts mit einer grauen Ascheschicht überzogen sind und du loslegen kannst.

Wie viel brauchst du für einen Abend?

Als Faustregel gilt in Deutschland etwa 1 Kilo Briketts pro Stunde Grillzeit. Für einen Abend von vier Stunden landest du mit Briketts also bei rund 4 Kilo. Zur Einordnung: Eine Füllung für einen Kugelgrill mit 57 cm Durchmesser sind rund 50 Briketts oder etwa 2 Kilo, für vier Stunden legst du also einmal nach.

Mit Holzkohle brauchst du mehr, weil jede Ladung schneller abbrennt: Das Holzkohlewerk Lüneburg rechnet für einen Grillabend von zwei bis drei Stunden mit 1 bis 1,5 Kilo Briketts pro Person, mit Holzkohle dagegen mit 1,5 bis 2 Kilo. Ein Anzündkamin verkürzt den Start bei beiden Brennstoffen und macht flüssige Grillanzünder überflüssig. Pro Grillabend fahren Briketts damit meist günstiger, wobei das von der Marke abhängt.

Holzkohle im Kamado

In einem Kamado (lies vorab gern, was ein Kamado genau ist) ist grobe Holzkohle die richtige Wahl, und das hat mit Asche zu tun. Die Norm EN 1860-2 erlaubt Briketts einen Aschegehalt bis 18 Prozent, Holzkohle höchstens 8 Prozent. Ein Kamado bekommt seine Luft über einen kleinen Einlass unten im Keramiktopf, und genau dort sammelt sich die doppelte Aschemenge. Die Folge: Der Luftstrom stockt und die Temperatur sackt mitten in einer langen Garzeit ab.

In die Kamados mit 16 und 18 Zoll, die wir in eine Outdoorküche mit Kamado einbauen, gehört deshalb immer grobe Holzkohle. Die hält in so einem geschlossenen Keramiktopf übrigens deutlich länger als die Stunde im offenen Grill, weil du die Sauerstoffzufuhr drosselst. Ideal für lange Kamado-Rezepte.

Holzkohle und Briketts mischen

Mischen funktioniert hervorragend, und die Reihenfolge ist entscheidend. Lege eine Basis aus Briketts für die stabile, lange Glut und zünde sie an. Streue danach eine Lage Holzkohle darüber für die hohe Temperatur und das Raucharoma. Fängst du andersherum an, ist die Holzkohle schon halb abgebrannt, bevor die Briketts richtig glühen. So bekommst du das Beste von beiden: Aroma und Sengehitze der Holzkohle auf dem Durchhaltevermögen der Briketts. Ehrlich gesagt ist das für einen langen Gartenfest-Abend in einer Outdoorküche mit Grill unsere liebste Kombination.

So erkennst du gute Qualität am Sack

Qualität erkennst du an der Norm auf dem Sack. Suche nach DIN EN 1860-2 oder dem Prüfzeichen von DIN CERTCO (TÜV Rheinland), das festen Kohlenstoff, Aschegehalt, Gesamtfeuchte und Körnung prüft. Die Norm verlangt für Holzkohle mindestens 75 Prozent festen Kohlenstoff bei höchstens 8 Prozent Feuchte, für Briketts mindestens 60 Prozent festen Kohlenstoff bei ebenfalls höchstens 8 Prozent Feuchte. Bei Holzkohle regelt sie auch die Stückgröße: Mindestens 80 Prozent der Stücke müssen größer als 20 mm sein, höchstens 7 Prozent dürfen unter 10 mm liegen.

Verboten sind Beimengungen wie Steinkohle, Erdöl, Koks, Pech, Kunststoff, Glas, Schlacke, Rost oder Metallsplitter, und chemische Brennbeschleuniger sind ebenfalls unzulässig. Ein Sack mit Norm-Aufdruck sagt dir also genau, was du verbrennst. Feuchte, schlecht durchglühende Ware kostet dich am Ende mehr, weil du mehr davon brauchst, um auf Temperatur zu kommen.

Was brennt besser, Holzkohle oder Briketts?

Holzkohle brennt heißer, Briketts brennen länger. Holzkohle erreicht 600 bis 800 Grad und hat nach etwa einer Stunde den Großteil ihrer Hitze abgegeben, während Briketts 3 bis 5 Stunden bei 500 bis 600 Grad glühen. Besser hängt also von deinem Gericht ab: Beim kurzen, heißen Grillen gewinnt Holzkohle, beim langsamen Garen mit geschlossenem Deckel gewinnen Briketts.

Was unterscheidet Briketts von Holzkohle?

Briketts unterscheiden sich von Holzkohle durch den langsameren Start und die größere Aschemenge. Sie brauchen je nach Sorte 15 bis 60 Minuten bis zur Glut und dürfen nach DIN EN 1860-2 bis zu 18 Prozent Asche hinterlassen, mehr als das Doppelte von Holzkohle. Dafür halten sie 3 bis 5 Stunden durch, während Holzkohle die Sengehitze für ein Steak liefert.

Welcher Brennstoff gehört in den Kamado?

In den Kamado gehört grobe Holzkohle. Sie hinterlässt nach EN 1860-2 höchstens 8 Prozent Asche, Briketts bis zu 18 Prozent, und diese Asche sammelt sich am kleinen Lufteinlass unten im Keramiktopf, wo sie den Luftstrom und damit die Temperatur bremst. In einem Kamado mit 16 oder 18 Zoll glüht grobe Holzkohle mit gedrosselter Luftzufuhr stundenlang.

Was kommt zuerst, Briketts oder Holzkohle, wenn du mischst?

Beim Mischen kommen die Briketts zuerst. Du zündest die Lage Briketts als stabile Basis an und streust erst dann Holzkohle darüber, wenn sie zu glühen beginnen. Machst du es andersherum, ist die schnell brennende Holzkohle größtenteils weg, bevor die trägen Briketts auf Temperatur sind, und du verlierst die Sengehitze genau dann, wenn du sie für Steak oder Burger brauchst.

Wie viele Briketts brauchst du für einen Grillabend?

Für einen Grillabend rechnest du mit etwa 1 Kilo Briketts pro Stunde, bei vier Stunden also rund 4 Kilo. Eine Füllung eines Kugelgrills mit 57 cm Durchmesser entspricht etwa 50 Briketts oder 2 Kilo. Mit Holzkohle brauchst du für denselben Abend mehr: Das Holzkohlewerk Lüneburg rechnet pro Person mit 1,5 bis 2 Kilo Holzkohle gegenüber 1 bis 1,5 Kilo Briketts.